am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Konrad Heiden Biographie

Konrad Heiden – Eine Biographie

Der Journalist und Publizist Konrad Heiden (1901-1966) war in den dreißiger und vierziger Jahren wohl einer der erfolgreichsten publizistischen Gegner des Nationalsozialismus. Seine Bücher über die Geschichte des Nationalsozialismus, über die Anfänge der NS-Diktatur, über Adolf Hitler und über die Reichskristallnacht wurden mehrfach aufgelegt und in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Heiden, der zunächst in Frankfurt und später in München aufwuchs, beobachtete den Aufstieg der NSDAP in München fast von Beginn an. Bereits während des Studiums engagierte er sich für die junge Demokratie und bekämpfte die republikfeindlichen Kräfte. Als Journalist für die "Frankfurter Zeitung" und für die "Vossische Zeitung" setzte er den Kampf gewissermaßen mit der Feder fort. Auch während seines Exils, das mit dem Machtantritt Hitlers begann, schrieb er gegen das Regime an, zunächst im Saargebiet, später dann in Paris.

In seinem Pariser Exil arbeitete Heiden für die "Pariser Tageszeitung" und "Das Neue Tage-Buch". Zugleich setzte er sich für die Verleihung des Friedensnobelpreises an Carl von Ossietzky ein und mühte sich um eine Bündelung der Kräfte im Exil in der Auseinandersetzung gegen das NS-Regime. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Heiden von den französischen Behörden interniert, nach dem Überfall auf Frankreich aber freigelassen. Ihm gelang dank der Hilfe seines Züricher Verlegers Emil Oprecht und des International Rescue Committees die Flucht über Portugal in die USA, wo er seine Arbeit gegen Hitler und die Nationalsozialisten wieder aufnahm. Hier veröffentlichte er 1944 das englischsprachige Buch "Der Fuehrer. Hitler′s Rise to Power", das innerhalb kürzester Zeit zu einem Bestseller wurde und Heiden in den USA schlagartig bekannt machte.

Weitere Buchprojekte nach dem Krieg blieben unvollendet. In dieser Zeit arbeitete Heiden vor allem für den deutschen Rundfunk, dem er wöchentlich Berichte über das politische, gesellschaftliche und kulturelle Leben in den USA lieferte. 1966 starb Heiden nach längerer Krankheit in New York.

Auf Grundlage des Nachlasses von Heiden sowie Briefen und Dokumenten aus zahlreichen in- und ausländischen Archiven soll die Biographie eines streitbaren deutschen Intellektuellen und wichtigen Journalisten im 20. Jahrhundert erzählt werden.


Drucken


TOP
Arbeitsstelle Holocaustliteratur
Otto-Behaghel-Str. 10 B / 1 · D-35394 Gießen · Deutschland
arbeitsstelle.holocaustliteratur@germanistik.uni-giessen.de